Nicht sauer (14.November)

Süß ist nicht sauer.

Nein, niemals.

Doch Liebe ist manchmal 

Trotzdem Hass.

 

Blau ist nicht giftgrün.

Nein, niemals.

Doch trocken ist manchmal

Trotzdem nass.

 

Hell ist nicht dunkel.

Nein, niemals.

Doch wer in Dunkelheit

Lebt, liebt das.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Josephine (Mittwoch, 19 Februar 2014 13:36)

    Manchmal sind Dinge einfach nicht das, was sie zu sein scheinen. Wie könnten sonst Missverständnisse entstehen?


Sarah (14.November)

Ich sah ein Mädchen.

Sie mochte mich nicht.

Und als ich näher hinsah,

War voll Pickel ihr Gesicht.

 

Ich sah ein Mädchen

Und sie mochte mich nicht.

Und wenn sie mich ansah,

Stand ihr der Hass im Gesicht.

 

Ich sah ein Mädchen.

Sie mochte mich nicht.

Und neben ihr

Sah ich mich in einem anderem Licht.

 

Ich kannte das Mädchen.

Zumindest ihren Namen.

Mit ihrem komischen Gesicht

Verdarb sie, was mir andre gaben.

 

Denn dieses Mädchen

Mochte mich nicht.

Und ich glaube sogar,

Sie hasste mich.

 

Und trotz dieses Mädchens

Habe ich überlebt.

Und heute wünsch' ich,

Dass es gut ihr geht.

 

Mit diesem Mädchen

Habe ich vieles gelernt:

Dass man den größten Scheiß

Am Schluss hat gern.

Kommentare: 1
  • #1

    Josephine (Mittwoch, 19 Februar 2014 13:34)

    Es gibt bestimmt ein gewisses Mädchen, dass mit diesem Gedicht etwas in Verbindung bringen könnte. Ich war ziehmlich sauer, als ich das geschrieben habe, aber am Schluss bin ich dann abgekühlt.
    Entschuldigung. Nehmt es, wie ihr wollt.


Scheiße (25.November)

Und steh ich morgens auf,

Und beginnt der Tageslauf,

Wasch ich mit der Sonne ab,

Was mich so hielt auf Trab;

Und was nich wichtig schien die Nacht,

Ist nur Unsinn, wenn die Sonne lacht.

Und der ganze Tüll

Landet dann im Müll,

Und vergeblich war es dann.

Abends fang neu ich wieder an.

 

Ängste, Witze, Wünsche, Sorgen,

Nichtig scheinen sie am Morgen.

Und ich fühle mich zerschlagen,

Und kann die eine Last kaum tragen,

Dass ich nie was schaffen kann.

Fange stets neu wieder an.

Denk: Was soll denn aus mir werden?

Manchmal will ich dann nur sterben.

Wär' ein Talent in mir verborgen,

Leider wär's nur bis zum Morgen.

 

Fast fällt mir mein Stolz herunter,

Und die Welt scheint soviel bunter.

Doch auch größer; und die Angst

Sagt: "Verbirg doch, dass du bangst,

Und warum!"

Und bin ich dumm?

Wohl ja: Den Stolz heb ich wieder auf.

Und weiter geht des Tages Lauf.

Wär' ein Talent in mir verborgen,

Sterben würd' es jeden Morgen.

 

Kommentare: 1
  • #1

    Josephine (Sonntag, 02 März 2014 13:47)

    I have a dream. Seit ich acht Jahre alt bin, träume ich von IHR. SIE ist ein Mädchen, dass über die Jahre immer mehr Gestalt annimmt. Inzwischen weiß ich IHREN Namen und die IHRER Freunde, kenne IHR Geburtsdatum und IHR Innenleben. Ich will euch allen mitteilen, wer SIE ist und was ich an IHR so toll finde. In meinem Kopf ist ein fertiges Buch; ich kenne jeden Buchstaben auswendig. Aber ich kann kein Wort über SIE schreiben, weil ich Angst habe, dass alles falsch rüberkommt. So ein Gefühl ist das.


Beziehung (27.November)

Sonne,

Mond,

Sterne.

Dich mag

Ich

Gerne.

 

Hunger,

Nacht,

Kälte.

Wenn ich

Dich

Hälte,

 

Wärst du

Wohl

Bald tot.

 

Wärme,

Tod,

Stille.

Wegen

Dein

Wille.

 

"F*** dich!"

Lau-

Ter Schrei.

Jetzt bin

Ich

Allein.

Kommentare: 2
  • #2

    Josephine (Sonntag, 21 Juni 2015 13:25)

    Falsche Vorstellung
    Hoffentlich

  • #1

    Josephine (Sonntag, 02 März 2014 13:49)

    Ich hatte noch nie eine Beziehung. Aber so ähnlich stelle ich mir das vor.


Ich glaube (27.November)

Es heißt "Ich glaube"

An das Bild vom Weinstock und der Traube,

An die Macht des Ungeklärten,

Was bereits tausend Priester lehrten.

Aber unerklärbar ist

Etwas, das man lieber schnell vergisst.

 

Es heißt "Ich glaube"

Bin ich wirklich nur eine Traube?

Eine Traube fllt herunter,

Doch der Wein macht trotzdem munter.

Ziehmlich wertlos ist

Etwas, das man lieber schnell vergisst.

 

Es heißt "Ich glaube"

Daran, dass Stumme, Blinde, Taube

Werden wunderbar gesund.

Tust du da fleißig deinen Glauben kund?

Wunderbar und gläubig ist heute nichts.

Physik ersetzt die Religion des Lichts.

Kommentare: 1
  • #1

    Josephine (Freitag, 07 März 2014 14:13)

    Ich habe mich bisher für eine gläubige katholische Christin gehalten. Ich habe nichts gegen andere Religionen und Kulturen, aber meine eigene ist, dachte ich, mir relativ wichtig. Aber dann war da einmal so eine Predigt, bei der ich angefangen habe, darüber nachzudenken, ob ich das alles tatsächlich glauben kann. Ein Ergebnis habe ich nicht bekommen. Bis auf dieses Gedicht und die Frage, ob ich nicht meinen Glauben verraten würde, wenn Christen verfolgt werden würden.


Lateinschulaufgabe (28.November)

Ich habe gelernt.

Und ein einziges Beten,

Möge es gelingen,

Mögen wir überleben,

Nicht sterben,

Siegen.

Und Vertrauen bleibt,

Und Vokabeln gehn,

Ein einziges Glauben,

An meinen Erfolg,

Deinen Erfolg,

An Erfolg.

Ich sitze im Saal,

Und ein einziges Jammern,

Ich kann es nicht,

Kann es nicht,

Versage.

Ich habe versagt,

Und ein einziges Beten,

Gehe es vorüber,

Vorüber,

Und ich beginne neu.

Kommentare: 1
  • #1

    Josephine (Dienstag, 11 März 2014 19:21)

    Latein habe ich seit der fünften Klasse, meine letzte Einser-Schulaufgabe in der Sechsten. Jetzt bin ich in der Neunten und sehne mir das Ende der zehnten Klasse herbei, damit ich das Fach ablegen kann und mein Latinum habe, bevor sich mein Dreierschnitt verschlechtert. Meine Eltern, der Lehrer, alle sagen, ich könnte besser sein, aber meistens trifft das Gedicht oben voll zu.


An dieser Stelle sollte eigentlich ein Elfchen mit dem weltbewegenden und überaus fantasievollen Namen "Elfchen" stehen, welches gleich nach der oben besagten Schulaufgabe entstand. Ich bitte um Verzeihung dafür, dass ich es euch vorenthalte, aber der Inhalt ist meiner Meinung nicht einmal außerhalb meines Hirns zulässig. Danke für euer Verständnis.